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Fanartikel: Wo Union Berlin ganz vorne ist
Fanartikel: Wo Union Berlin ganz vorne ist

So nachhaltig produziert sind Fanartikel in der Fußballbundesliga

18.01.2021 SUPER.MARKT, rbb Fernsehen

Lara Schröder (Referentin für nachhaltige Kleidung) von der gemeinnützigen „Cum Ratione gGmbH“ hat die Fantextilien der deutschen Bundesligavereine in einer Studie untersucht - mit überraschenden Ergebnissen.

„Ja, wir haben insgesamt 6 Vereine die schon ziemlich weit vorangeschritten sind, würden wir sagen. Union Berlin ist mit über 100 fair produzierten Artikeln wirklich Spitzenreiter. Danach kommt der VfB Stuttgart, der auch schon über 30 hat. Dem gegenüber steht dann natürlich noch so ein Einheitsbrei - quasi im Mittelfeld“, so Lara Schröder.

Im vergangenen September wurde die Studie veröffentlicht. Was hat sich seitdem geändert? Wir fragen bei allen 18 Erstliga-Mannschaften nach wie transparent, nachhaltig und fair die Textilien der Fanshops sind. Besonders im Fokus die beiden Berliner Vereine: der 1. FC Union Berlin und Hertha BSC.

[...]

Stadtrivale Union Berlin hat sich weit von der alten Dame entfernt. In der Bundesligatabelle momentan fünfter - im Fanshop-Ranking die unangefochtene Nummer eins. Das Sortiment besteht inzwischen zum größten Teil aus ökologisch und sozial korrekt gefertigten Produkten. Vor fünf Jahren startete die Umstellung.

Gordon Knebel (Leiter Merchandising & Warenlogistik beim 1.FC Union Berlin): „Dann haben wir unsere Lizenzrechte wiederbekommen, das heißt wir konnten auf einer grünen Wiese starten. Und dann haben wir Stück für Stück ausprobiert was funktioniert. Uns war jetzt klar, dass wir als Vereine auch so eine gesellschaftliche Aufgabe haben und auch eine Vorreiterfunktion, zu sagen – okay – Nachhaltigkeit ist uns wichtig“.

20 Euro kosten T-Shirts aus der aktuellen Kollektion von DUFTE, der vereinseigenen Marke für umweltfreundliche Produkte. Wo DUFTE draufsteht, ist indische Baumwolle aus kontrolliert biologischen Anbau drin.

Bio-Baumwolle - die haben auch andere Bundesligisten bereits im Sortiment. Darunter der SC Freiburg, Bayer Leverkusen und der 1. FC Köln. Leider ergab unsere Internet-Recherche nach Bio-Baumwolle beim 1. FC Köln und Bayer Leverkusen keinen Treffer. Schön wäre es, wenn die Produkte besser kenntlich gemacht würden. Schalke 04 erwähnt SUPER.MARKT gegenüber eine großflächige Fair-Fashion-Kollektion mit den Zertifizierungen ‚Better Cotton Initiative‘ und ‚Organic Content Standard‘. Diese Bio-Baumwolle reicht lediglich zum Lattentreffer.

Lara Schröder: „Gerade die genannten Siegel beziehen sich, wie beispielsweise die ‚Better Cotton Initiative‘, nur auf den Baumwollanbau - was eben die ganzen nachgelagerten Schritte in der Lieferkette gar nicht weiter betrachtet. Da kann es trotzdem zu erheblichen Verstößen gegen soziale und ökologische Standards kommen“.

Das beliebte Siegel Öko-Tex 100 verweist nur darauf, dass das Endprodukt schadstoffgeprüft ist. GOTS hingegen steht für einen hohen ökologischen Standard über die gesamte textile Kette. Für soziale Kriterien ist das FAIRTRADE Siegel eine gute Einkaufs-Hilfe. Einige Vereine setzen auf die Kombination der Siegel GOTS, FAIRTRADE und Grüner Knopf.

„Weil es Stand heute eben noch kein Siegel gibt, das wirklich alles berücksichtigt. Der Grüne Knopf ist da auf einem Weg, der möchte das schaffen. Aktuell gibt es da noch ein paar Schwachstellen, aber es bleibt abzuwarten wie sich das in Zukunft entwickelt“, sagt Lara Schröder.

Die Frühjahrs-Kollektion von Hertha BSC und vom 1. FC Köln sollen GOTS-zertifiziert sein. Wünschenswert wäre zusätzlich noch ein stärkerer Nachweis für faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Aber ist das den Fans überhaupt wichtig?

Claudia Hammer (Leiterin Merchandising und Lizenzen Hertha BSC): „Im ersten Schritt ist es natürlich so, dass wir auch gerade in Berlin sehr preissensible Kunden haben. Und gerade auch in unseren Kundenklientelen bisher gar nicht so oft mit der Nachfrage konfrontiert wurden, dass Kunden tatsächlich darauf geachtet haben“.

Das kann Dietmar Schmidt (Inhaber eines Fußballfanshops) bestätigen. Er betreibt einen kleinen Fanshop in Friedenau, der unter Fans deutschlandweit bekannt ist. Bei ihm fragt niemand nach nachhaltigen Produkten. „Das meiste geht doch momentan immer noch darum, dass viele Leute, wie gesagt, die finanziellen Möglichkeiten nicht haben, und halt viele danach schauen, dass sie halt dementsprechend preiswerte Sachen kaufen“, so Herr Schmidt.

Sind nachhaltige Produkte in jedem Fall teurer als konventionell hergestellte T-Shirts? Bei Union Berlin hat man dazu eine klare Position. Der Verein gibt die höheren Kosten nicht an die Fans weiter.

Gordon Knebel: „Ich glaube, dass bei vielen der Einkaufspreis so weit unten ist, dass man sich wirklich fragen muss, wo kommt die Ware eigentlich her und wer produziert die? Wenn man aber schon relativ normal produziert, dann ist es zu FAIRTRADE kein weiter Weg mehr. Das sind dann ein paar Cent bis zu einem Euro vielleicht. Das ist nicht die Welt. Und eigentlich kann man es hinkriegen, bin ich der Meinung. Es ist natürlich die Frage, welche wirtschaftlichen Ziele man verfolgt. Und wenn alles immer nur vom Ziel und „mehr und mehr“ geprägt wird, dann ist es vielleicht schwierig“.

Auch die neue Kollektion von Hertha BSC soll sich preislich nicht von den anderen Textilien unterscheiden. Eintracht Frankfurt ist ebenfalls bereit auf einen Teil der Marge zu verzichten, um das Nachhaltigkeits-Ziel des Vereins zu erreichen. Borussia Mönchengladbach kontert, dass aufgrund geringer Stückzahlen eine nachhaltige Beschaffung trotz aller Bemühungen nicht wirtschaftlich darstellbar sei. Andere Vereine hingegen bewerten nachhaltige Produkte als verkaufsfördernd.

Dietmar Schmidt: „Borussia Dortmund oder Bayern München hätten garantiert andere Möglichkeiten als, sag ich jetzt mal, Union Berlin. Und dass das genau umgekehrt ist, ist schon eigentlich, wie gesagt, für mich irgendwo nicht nachvollziehbar und schon irgendwo verwunderlich“.

In Sachen nachhaltige Fankleidung belegen viele der großen Vereine derzeit hintere Tabellenplätze. Einige wollen das in Zukunft ändern. Borussia Dortmund hat gar nicht geantwortet. Der RB Leipzig schreibt lapidar, dass firmeninterne Informationen nicht öffentlich kommuniziert werden. Transparenz sieht heutzutage anders aus. Union Berlin und andere Vereine setzen bereits auf Kontrollen vor Ort.

Gordon Knebel: „Wir waren auch Anfang letztens Jahres bei einer Öffnung in Indien. Von einer Green-Factory, also einer hoch auditierten Fabrik, was den Umweltstandard angeht. Das haben wir uns vor Ort auch angeguckt. Sowohl die Baumwoll-Plantagen, die Nähereien als auch die Produktion. Ich glaube es ist wichtig, dass man die Leute dahinter kennt. Dann weiß man auch, warum Nachhaltigkeit und auch eine gute Bezahlung, eine faire Bezahlung, wichtig ist“.

Ein Lieferkettengesetz könnte hier verbindlich Standards festlegen. Ein anderer Ansatz ist Transparenz durch Technik. Der VfB Stuttgart plant den Einsatz der Trace my Shirt Technologie. Auch Union Berlin zieht diesen Schritt in Erwägung. Über einen Tracking- oder QR-Code kann die Entstehung des Shirts von der Baumwoll-Plantage bis zum fertigen Produkt nachverfolgt werden. Unsere Recherchen haben ergeben, dass einige Vereine zukünftig auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen möchten, aber noch Zeit brauchen.

„Natürlich waren auch nicht alle Vereine super glücklich mit den Ergebnissen, das ist ja keine Frage. Aber ich denke, dass generell die Vereine das schon auch als wertvolles Feedback gesehen haben“, resümiert Lara Schröder.

Das Gedränge um bessere Tabellenplätze hat - so scheint es - gerade erst begonnen.